Hohes Moor

Das Hohe Moor bei Stade ist ein etwa 5000 Jahre altes Hochmoor. Nach einer ca. 130 Jahre währenden Abbauphase zwischen 1830 und den 1960er Jahren wurde das Moor renaturiert und im Zeitraum von 2001 bis 2006 auf einer Fläche von ca. 653 Hektar wiedervernässt. Das Naturschutzgebiet reicht über die eigentlichen Wiedervernässungsflächen hinaus und besitzt einschließlich der Randbereiche eine Fläche von 862 Hektar[1]. Es besteht heute aus einem Mosaik aus offenen Wasserflächen, Feuchtwiesen, Torfmoosrasen und Moorwald.

Geographische Lage

Das Hohe Moor liegt westlich von Hagenah im Elbe-Weser-Dreieck in Niedersachsen. Es erstreckt sich über Teile der drei Gemeinden Estorf, Heinbockel und Oldendorf in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten im Landkreis Stade und der Stadt Bremervörde im Landkreis Rotenburg (Wümme).

Schutzgebiete

Oldendorfer See im Kern des Schutzgebietes Hohes Moor

Verwaltungsseitig besteht das Hohe Moor aus zwei Naturschutzgebieten: Im Kern liegt das ältere und landkreisübergreifende Naturschutzgebiet Hohes Moor. Das kleinere Naturschutzgebiet Hohes Moor Randbereiche wurde nachträglich eingerichtet und umfasst vier ergänzende Teilflächen im Landkreis Stade. Nach diesen Erweiterungen aus den Jahren 2000 und 2005 erstrecken sich die Schutzgebiete über eine Gesamtfläche von ca. 862 Hektar. Verwaltet wird der Komplex unter der Bezeichnung Hohes Moor (Lüneburg), die auf die Lage im ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg verweist.

Seit dem Jahr 2000 besteht außerdem das rund 854 Hektar große Natura-2000-Gebiet Hohes Moor[4] gemäß der FFH-Richtlinie der Europäischen Union, das nahezu deckungsgleich mit den beiden Naturschutzgebieten ist.[5]

Geschichte

Gefluteter Handtorfstich

Etwa seit 1830 wurde das Hohe Moor entwässert und der Torf im Handstich abgebaut. Von den ursprünglichen großen Moorseen sind heute nur noch der Oldendorfer See und der Elmer See erhalten. Diese beiden großen Wasserflächen werden durch zahlreiche kleine wassergefüllte Torfabbaugruben und ehemalige Entwässerungsgräben ergänzt, denn seit Anfang der 1980er Jahre und besonders in den Jahren 2001 bis 2006 hat man den Wasserstand des Hohen Moores wieder angehoben. Durch die Wiedervernässung soll das teilweise zerstörte Moor renaturiert werden, abgestorbene Fichten- und Birkenbestände sind sichtbares Zeichen dieser Vernässung.

Flora und Fauna

Damm mit Wanderweg, seitlich geflutete Torfstichgruben

Der bis heute gut erkennbare Torfstich hat zu einem stark strukturierten Landschaftsbild geführt, in dem sich Hochmoorflächen und Bruchwälder mit vollgelaufenen Torfstichgruben und natürlichen Moorseen abwechseln; in den waldfreien Randbereichen liegen zudem verschiedene Feuchtwiesentypen. Auf einigen alten Moordämmen führen Wanderwege durch das Hohe Moor, das Betreten des Naturschutzgebietes außerhalb dieser Wege ist aber zum Schutz der seltenen Pflanzen- und Tierwelt verboten.

Tierwelt

Paarungsrad der Nordischen Moosjungfer

Im Hohen Moor findet man etliche moortypische Libellenarten wie z.B. die Mond-Azurjungfer, die Hochmoor-Mosaikjungfer, die Arktische Smaragdlibelle und – in hoher Individuendichte – die Nordische Moosjungfer. Auch moortypische Schmetterlingsarten wie der Hochmoor-Bläuling werden wieder beobachtet.

Bezüglich der Reptilien und Amphibien sind sowohl Kreuzottern als auch Ringelnattern zu beobachten, Blindschleichen sind eher selten, Moorfrösche treten dagegen mit größeren Beständen auf.

Für viele Vogelarten sind die Moorflächen heute wieder Brut- und Rastplätze, beispielsweise ist der Kranich seit 2002 als Brutvogel zurückgekehrt. Auch äußerst seltene Arten wie die Sumpfohreule oder der Baumfalke brüten in den offenen Bereichen der Moorlandschaft.[6] Auf den offenen Wasserflächen finden sich neben vielen Entenarten während der Zugzeiten größere Bestände an Grau-, Nonnen- und Nilgänsen ein. An den Moorrändern brüten zahlreiche Singvögel, neben Goldammern, Buchfinken, Kohl- und Blaumeisen finden sich auch seltenere wie Kuckuck und Kleiber.

Hinsichtlich des Wildbestandes dominieren zahlreiche Rehe das Bild, seltener sind Wildschweine und Feldhasen zu beobachten. Die während der Trockenlegung heimischen Dachse sind durch die Wiedervernässung wahrscheinlich verdrängt und seither nicht mehr beobachtet worden.

 

Pflanzenwelt

In den höher gelegenen Bereichen tritt Schwarzerlen-, Kiefern– und Moorbirkenbruch auf. In den tiefer liegenden Flächen finden sich durch die Wiedervernässung, die Wiederherstellung der Nährstoffarmut und den sauren pH-Wert des Wassers inzwischen wieder etliche der typischen Moorpflanzen wie Torfmoose und verschiedene Binsen (Flatterbinse u.a.). Auf den etwas trockeneren Flächen wächst vereinzelt rundblättriger Sonnentau, in abnehmenden Beständen steht das schmalblättrige und das scheidige Wollgras, in den offenen Flächen sind Glocken-Heide und Weißes Schnabelried häufig. Die Wegränder und Dämme säumen Zwergsträucher wie Heidelbeere, Eberesche und vereinzelt Gagel.

Wiedervernässte Fläche mit abgestorbenem Birkenbruchwald

Ausgedehnte Bestände an Schmalblättrigem Wollgras

Rundblättriger Sonnentau im Hohen Moor

Quelle:de.wikipedia.org

Filme

 


http://www.nordsehen.tv/Videos/hohes-moor/

 

Bilder

 

Das Ostetal

Ein Mega-Wasserbauprojekt im Kreis Stade ist weit fortgeschritten: die Erhöhung des Oste-Deiches. Die Wanderbaustelle hat das Schöpfwerk in Blumenthal bei Kranenburg und die B73-Brücke zwischen Himmelpforten und Hechthausen und der Bahntrasse Stade-Cuxhaven passiert. Auf der anderen Seite der B73 wird der Deichbau bis Neuland weiter geplant. Diese Verstärkung des Hochwasserschutzwalls läuft bereits seit 1999. Baustart war in Hude bei Gräpel.

Der Deich wird um knapp zwei Meter auf 4,30 Meter erhöht.
Entlang der Oste gibt es 149 Schöpfwerke. Sie pumpen bei Extrem-Niederschlägen Wasser aus dem Deich-Hinterland in den Flusslauf. Damit die Oste den Wassermengen standhält, wird bei Sturmfluten – lange vor Erreichen des ins Binnenland vorrückenden Hochwasserscheitels – das Oste-Sperrwerk geschlossen. Erst nach Abklingen der Sturmflut werden die Sperrwerkstore geöffnet und das durch die Schöpfwerke in die Oste gepumpte Wasser kann in die Elbe abfließen.

An der Oste zwischen Hude und Burweg wurde die Deichlinie auch begradigt, die Oste hat so bei Hochwasser mehr Ausdehnungsflächen, die sehr feucht sind und neue Lebensräume bieten. In den ausgebaggerten und mit Oste-Wasser gefüllten Klei-Gruben siedeln sich auch seltene Tier- und Pflanzenarten an. In diesen „Pütten“ wurden schon Eisvögel und ein Seeadler beobachtet.
Die Deiche werden durch Schäfer mit Schafherden instand gehalten. Die geteerten Deichverteidigungsstraßen sind hervorragend für Radfahrer und Wanderer geeignet, es gibt keinen Autoverkehr. So kann man kilometerlang ungestört in freier Natur unterwegs sein und mittels der Prahmfähren in Gräpel und Brobergen auf die andere Osteseite wechseln. Ab Gräpel radelt man am Deich entlang bis nach Bremervörde oder an den Bremervörder See.

Hier sehen Sie Luftbildaufnahmen der idyllischen Landschaft: https://www.geesthof.de/hier-urlauben-sie/luftbilder

Film

http://www.nordsehen.tv/Videos/die-faehre-brobergen/

 

 

Hier sehen Sie die Prahmfähre Brobergen (Wikipedia) :

Radfahren an der Oste: Oste Natur Navi

In der Oste wird der Stör wieder angesiedelt: Oste-Stör

Weitere Infos zur Oste: Oste-Ticker

Bilder

Sunde

Auf einem Pfad durch den Bruchwald pirschen, auf Hochsitze klettern und die Natur beobachten, picknicken oder einfach spazierengehen – ebenso abwechslungsreich wie die Landschaft des Teichgutes Sunde sind die Möglichkeiten, dort schöne Stunden zu verbringen. Das gut 80 Hektar große Teichgut oder Waldgut Sunde liegt etwas versteckt zwischen Heinbockel und Oldendorf. Der Landkreis Stade, dem das Gelände gehört, hat dort einen 2,5 Kilometer langen Rundweg angelegt. Er führt vorbei an vier Teichen. Im Schilf schmettern im Frühjahr Tag und Nacht die Rohrsänger ihr Lied.
Pfeile auf Findlingen weisen den Weg, der im höher gelegenen und trockeneren Bereich durch verschieden Waldtypen verläuft. Gut sind die Unterschiede zwischen dem monotonen und düster erscheinenden Nadelforst und dem natürlicherweise

auf diesem Boden wachsenden Eichen-Buchenwald zu erkennen. Der Landkreis Stade als Eigentümer lässt den Nadelbaumbestand des Teichgutes regelmäßig durchforsten, um ihn mittelfristig in artenreichen Laub-Mischwald umzuwandeln.

An zehn Stationen entlang des Rundweges informieren Tafeln über die Ökologie des Waldes. Die Besucher lernen zum Beispiel, wie die Höhe eines Baumes ohne technische Hilfsmittel bestimmt werden kann und welche Vögel und Fledermäuse in Sunde vorkommen. Drei Holzbrücken ermöglichen, trockenen Fußes durch den Birken- und Erlenbruch zu gelangen. Das Wasser im Bach ist braun, aber nicht schmutzig. Es fließt aus dem Oldendorfer See im Hohen Moor nach Sunde. Das Moorwasser ist durch Huminsäuren dunkel gefärbt. Sie entstehen durch die Aktivität von Organismen im Boden.


Mehrere Rastplätze am Sunde-Rundweg laden zum Ausruhen ein. Eine Karte am Eingang des Teichgutes zeigt die Standorte an. Im Sommer beim Besuch des Teichgutes Sunde an den Schutz vor Insekten denken!

Die Tour ist nicht barrierefrei.

Beschilderung

Die Tour ist ausgeschildert.

Anfahrt

GPS-Treffpunkt: 53.581220 N 9.297878 E

Position

N 53° 34.87161′, E 009° 17.86351′

Bilder

Die Gemeinde Oldendorf

hat etwas über 3000 Einwohner und kann als Grundzentrum eigentlich alles bieten, was man zum Leben so braucht.
Dazu gehören ein sehr guter und stark nachgefragter Einkaufsmarkt, eine Drogerie, Bäcker, Hofladen, Ärzte und Zahnärzte mit einer Apotheke, ein Landgasthof, ein Gesundheitszentrum mit Fitnessraum, Physiotherapie und ein Altenheim.

Im gewerblichen Bereich findet sich außerdem die Post mit einem Werbetechnik-Unternehmen; weitere Gewerbebetriebe gehören den Gewerken z.B. Elektro, Steinmetz, Zaunbau, Heizungs- und Sanitärbau, Dachdeckerei oder Gartenbau an. Ein Baumarkt mit Tankstelle, Kfz-Betriebe, Verarbeitung von Holz und Bauelementen, Blumengeschäfte oder Friseure bieten ihre Dienste an.

Die Kinderbetreuung wird gewährleistet durch einen Kindergarten mit Öffnungszeiten von 7.00 Uhr bis 17.30 Uhr, eine Grundschule (verläßliche Grundschule mit Ganztagsbetreuung) und Oberschule (mit Ganztagsbetreuungsangebot); alle liegen in direkter Nachbarschaft und bieten in der Mensa auch Mittagessen an. Kindergarten Oldendorf

Mehrere Vereine bereichern das Alltagsleben, wie der Sportverein mit einem riesigen Flächenangebot für 3 Fußball- und 2 Faustballplätze, einer Tartanbahn mit z.B. Hoch- und Weitsprunganlagen, mehreren Tennisplätzen link, ein Motorradclub, ein Sportanglerclub link, ein großer Schützenverein, ein Faschingsclub, eine Genossenschaft, die eine Windanlage betreibt und eben der Kultur- und Heimatverein mit vielfältigen Angeboten.

Über allem thront die Oldendorfer St.-Martin-Kirche, ebenfalls mit vielfältigen Angeboten. Kirche Oldendorf

Die Natur um Oldendorf herum ist vielfältig, siehe oben (Sunde, Hohes Moor, Ostetal) und bietet deshalb viel Naherholungsmöglichkeiten. Im Rahmen eines großen Projektes sollen Sunde und das Hohe Moor durch Wander- und Radwege miteinander verbunden werden. Erlebnispfad Oldendorf

Sucht man Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr, gibt es Busverbindungen von Oldendorf z.B. nach Stade, wichtiger aber ist der Anschluss an den Bahnnahverkehr Richtung Stade, Buxtehude und Hamburg. Am Bahnhof Himmelpforten (5km) gibt es viele Parkplätze, der ehrenamtlich betriebene Bürgerbus verbindet u.a. Oldendorf mit dem Bahnhof in Himmelpforten. Bürgerbus

Bis etwa 2028 -30 wird möglicherweise die Autobahn A22 fertiggestellt; sie bedeutet neue Anschlussmöglichkeiten Richtung Hamburg und in das weitere Autobahnnetz, sie verläuft in etwa 1km Entfernung vom westlichen Rand des Dorfes.

Oldendorf, lebens- und liebenswert

Die Gemeinde Oldendorf hat alles, was man zum Leben braucht:
Kindergarten, Grund- und Oberschule, Supermarkt, Ärzte und Zahnärzte, Kirche, Apotheke, Handwerksbetriebe, viele Vereine und eine Post sind vorhanden. Etwa 3.000 Menschen leben im Dorf, das auf einem Geestrücken (etwa 10m über NN) liegt und von besonderer Natur umgeben ist, die der Naherholung dient:

Das „Hohe Moor“ ist als Moor wiedervernässt worden, ist etwa 900 Hektar groß, steht unter Naturschutz und kann erwandert werden.
Im „Ostetal“ sind die Deiche teilweise zurückverlegt, so dass der Fluss mehr Raum hat und neue Lebensräume z.B. für Vögel entstanden sind. Hier kann man auf Fahrradtouren den Seeadler sehen.
Die „Sunder Seen“ sind mit den Wanderwegen eine Oase der Stille.

Altes Geestdorf

Oldendorf zeigt die typischen Merkmale eines alten Geestdorfes:
Es liegt am Rand eines Geestrückens, in den sich ein kleiner Bach eingeschnitten hat, den man für die Wasserversorgung brauchte. Die ältesten Bauernhöfe liegen zu beiden Seiten des Bachtales, der seine Quelle „auf der Kuhle“ hatte und in die „faule Riede“ mündete. Die höheren Geestflächen brauchte man für den trockenen Baugrund; ebenso waren Wiesenflächen wichtig.

Wie alt ist das „Alte Dorf“?
Oldendorf wird um 1100 n.Chr. erstmalig urkundlich erwähnt, ist aber wesentlich älter. So legt ein sächsischer Urnenfriedhof auf dem „Lögenfeld“ die Besiedlung im 3. und 4. Jahrhundert durch die Sachsen nahe. Ende des 8. Jahrhunderts erobert Karl der Große mit seinen Franken die Region und sichert das Gebiet zwischen Elbe und Weser gegen die Raubzüge der Wikinger. Dazu richtet er befestigte Königshöfe ein, wohl auch in Oldendorf. Flurnamen wie „Königsmoor“ und „Königsdamm“ erinnern an diesen Königshof, der auch eine Holzkirche und eine Militärkolonie hatte. Der erste Pfarrer, der in Oldendorf das Christentum predigte, war wohl ein fränkischer Militärgeistlicher.
Auch der Name der „St. Martins-Kirche“ weist auf fränkische Missionstradition hin.
Diese fränkische Militärkolonie wurde möglicherweise 792 von aufständischen Sachsen völlig zerstört.

Mittelpunktfunktion
Ende des 12. Jahrhunderts wurde das älteste Gebäude des heutigen Oldendorf errichtet, die „St. Martins-Kirche“, jetzt nicht mehr aus Holz, sondern als eine der wenigen romanischen Feldsteinkirchen.
Oldendorf war von altersher Mittelpunkt eines großen Kirchspiels: neben den heute auch zugehörigen Gemeinden waren Elm, Mittelsdorf, Hammah, Haddorf, Wiepenkathen, die Höfe Hohenwedel, Bockhorst, Hahle Teil dieses Kirchspiels, das Kirchspiel reichte also bis nach Stade; Oldendorf hatte eine kirchliche und politische Mittelpunktfunktion. Bis 1866 war Oldendorf Sitz eines Probstes bzw. eines Superintendenten.

Reformation und dreißigjähriger Krieg
Wenige Jahre nach 1538 kam die Reformation nach Oldendorf, aus Katholiken wurden evangelische Lutheraner, die Bibel wurde in den Dörfern ein Volksbuch.
Im dreißigjährigen Krieg wurde Oldendorf erstmalig 1627/28 getroffen: Die Menschen mussten Einquartierungen von Soldaten, Lebens- und Futtermittellieferungen, Kriegssteuern usw. ertragen. Die Lebensmittelpreise verdreifachten sich. Hofstellen wurden abgebrannt, die Kirche geplündert, die Pest trat auf.
„Solche Kriegszüge, vor allem die im Land umherstreifenden Reiter und Soldaten, die alles mitnehmen, Korn, Vieh und was sie konnten gebrauchen, stürzten Land und Leute in Angst und Schrecken und unsagbare Not.“

Ortsteile
Der Name des Ortsteils „Kaken“ hängt wahrscheinlich mit „Kaak“ zusammen, dem mittelalterlichen Schandpfahl. Hier wurden Verbrecher zur Schau gestellt, die von einem Oldendorfer Gericht verurteilt wurden. Kaken wird 1255 erstmalig urkundlich erwähnt.

In der Schwedenzeit belehnte die schwedische Königin Christine 1652 ihren späteren Generalleutnant Daniel von Arentschild mit dem Hof und der Wassermühle in Sunde.

1925 beginnt die „Deutsche Ödlandskultivierungsgesellschaft“ mit der Kultivierung der Heideflächen zwischen Hagenah und Oldendorf, 37 neue Siedlerstellen entstanden in Oldendorf-Siedlung.

Sexualität und Erziehung
Um 1890 schreibt der Hauptlehrer Martens in der Schulchronik über die Sonntage und einen schwachen Kirchenbesuch: „…, während der Abend teilweise ausgelassenen Lustbarkeiten und unschicklichen, ausschweifenden Zusammenkünften von jungen Leuten beiderlei Geschlechts dient“. Weiter beklagt er als Folge die hohe Zahl von unehelichen Geburten (47% der Geburten). Diese ziehen dann Ehen nach sich, die aber „leichtfertig und sündlich“ geschlossen wurden. Die Ehen werden in Oldendorf allerdings in Ehren gehalten, Ehescheidungen sind selten und wilde Ehen nur gerüchteweise bekannt. Die Kindererziehung leidet nach seiner Meinung „an Weichlichkeit und Nachgiebigkeit der Eltern“.
Und das Alles schon 1890!!

Erster Weltkrieg
Bis Ende 1915 sind über 200 Ehemänner und Söhne eingezogen, bis Mitte des 3. Kriegsjahres waren 17 Männer aus Oldendorf gefallen, auch beide Söhne von Lehrer Puvogel.

Wahnsinnspreise
Zwischen den beiden Weltkriegen machte sich in Oldendorf die Inflation bemerkbar, Lehrer Puvogel notiert folgenden Preise:
Im November 1922 kostet ein Anzug etwa 50.000 Mark, ein Pfund Schweinefleisch 700 Mark:
Im November 1923 kostet ein Pferd 500.000.000.000.000 Mark, ein Pfund Butter 2 Billionen Mark, 1 Liter Milch 180 Milliarden Mark! Die Folge war die Währungsreform.

Aber: Im Jahr 1922 kommt elektrisches Licht nach Oldendorf, zunächst nur in den Hauptort.

Zweiter Weltkrieg

Oldendorf wird nationalsozialistisch „regiert“; trotzdem gibt es keine Euphorie bei Kriegsausbruch. Die Luftangriffe auf Hamburg beunruhigen auch Oldendorf, Hamburger Familien mussten in Oldendorf untergebracht werden, ebenso wie viele Kriegsgefangene. Dazu kamen am Ende des Krieges die langen Trecks von Flüchtlingen aus dem Osten, die auch versorgt werden mussten.
72 Oldendorfer mussten die verbrecherische Politik dieser Zeit mit dem Leben bezahlen.

Ausblick

Es wird darum gehen, die Mittelpunktfunktion Oldendorfs als Grundzentrum weiter zu entwickeln und Oldendorf zum politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum auszubauen, so, wie es in Oldendorfs langer Geschichte häufig der Fall gewesen ist.